Ich bin mal wieder umgezogen! Sonst würds ja auch zu langweilig werden hier ;) Mittlerweile befinde ich mich in meinem vierten Zimmer seit ich im September hier her gekommen bin. Diesmal allerdings endgültig, hoffe ich. Mein Zimmer ist richtig schön, allerdings ist es ein seltsames Gefühl allein zu schlafen. Es fühlt sich an, als ob irgendwas fehlt. Als ich im September nach Bulstrode gekommen bin, konnte ich es mir gar nicht vorstellen, mit einer anderen Person zusammen ein Zimmer zu teilen. Aber ich habe mich nicht nur dran gewöhnt, sondern habe es auch zu schätzen gelernt. Diese in ihrer Art einzigartigen und wertvollen Gespräche vorm Einschlafen oder mitten in der Nacht, wenn man eigentlich besser schlafen sollte… Hach ja :) Chaos ist in meinem neuen Zimmer aber im Moment für zwei, da ich noch nicht wirklich organisiert bin. Sagen wir’s mal so: Ich kann mein Bett und den Schrank erreichen, Waschbecken und Schreibtisch sind schon etwas herausfordernder :D
Mir wird immer mehr bewusst, wie viel von meiner Zeit hier in Bulstrode schon verstrichen ist – über die Hälfte! Anfang August fliege ich schon wieder nach Hause. Hilfe, ich will doch gar nicht weg von hier!! Aber meine Familie und Freunde vermisse ich schon ziemlich, es ist gut so, dass ich nur für eine begrenzte Zeit meine Heimat verlassen habe.
Aber was kommt danach? Diese Frage wird mir ziemlich oft gestellt und ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Fest steht, dass ich ab Oktober an irgendeiner Fachhochschule in irgendeiner Stadt irgendeinen Studiengang belegen werde. Die Bewerbungsphase startet Anfang Mai, das bedeutet ich habe noch einen Monat Zeit um mich zu entscheiden. Ich würde gerne etwas mit Medien studieren, aber eigentlich auch gerne noch eine weitere Fremdsprache lernen. Vor allem möchte ich nicht irgendwas studieren, weil es toll klingt oder ich hinterher reich werde. Ich möchte meine Zukunft darauf ausrichten Gott zu dienen und im Moment habe ich noch keine klares Bild, wie das aussehen soll. Ich weiß, dass in meiner Mitarbeit in der Gemeinde meinen Fokus auf Seelsorge und Gebet legen möchte, aber dies ist ein Langzeitziel, denn meiner Meinung nach bedarf es bei der Seelsorge ein bisschen mehr Lebenserfahrung, als ich mit meinen 19 (fast 20 – hilfe ich werde alt!!) Jahren vorzuweisen habe.
Ich wäre sehr sehr dankbar wenn Du in deinen Gebeten an mich denken könntest, dass Gott mich führt und mehr und mehr meine eigenen Wünsche in meinem Herzen mit seinen Gedanken ersetzt. Das ist für heute das einzige Gebetsanliegen. Natürlich gibt es auch so viel, für das ich dankbar sein kann: wie Gott mich durch die sieben Monate, in denen in nun schon in England lebe, begleitet hat, mir so viele Momente der Freude geschenkt hat, aber dass er mich auch dann, wenn ich auf Schwierigkeiten gestoßen bin, nicht allein gelassen hat. Mein Leben ist einfach nur überreich gesegnet mit der Bulstrode-Familie, allein vom Gedanken, dass Gott jeden einzelnen Menschen hierher gestellt hat, krieg ich Gänsehaut. Wir sind hier alle nicht durch Zufall, sondern weil Gott jeden Einzelnen in Bulstrode bewusst hierher geführt hat und die ganze Personenkonstellation sein Plan ist. Nicht zu vergessen meine einzigartig wunderbare Familie, die mir immer den Rücken freihält und meine Freunde, mit denen es so ist, als wäre ich keinen Tag weg.
Ich fühle mich, als wäre ich mit meinem Leben ganz am Anfang. Die Schule ist vorbei, ich werde ein Jahr im Ausland gelebt haben und im Oktober das Studieren anfangen. Das ist alles Neuland für mich und ich bin unheimlich gespannt und aufgeregt wie’s weitergeht und wohin mich Gott führen wird und wie er mich verändern will.